Montag, 30. Juli 2018

Endgültiger Abschied von Skandinavien

Die letzte Nacht im Smygehuk Fyr war bestimmt die heisseste der ganzen Nordlandreisen gewesen. Das war schon fast tropisch.

Im alten Wärterhaus der Leuchtturmanlage gab es ein schönes Frühstück. 

Davon gestärkt machten wir uns ans letzte Um- und Einpacken. Als alles verstaut und flugtauchglich gemacht wurde, wünschte sich Vati noch seiner letzten Herausforderung zu stellen: Der Aufstieg auf den 28,5 Meter hohen Leuchtturm. Auch das wurde geschafft.








Um rechtzeitig auf dem Flughafen von Kopenhagen zu sein, fuhren wir rechtzeitig am südlichsten Punkt Schwedens ab.


Als letzter Höhepunkt der Skandinavienreise 2018 war die Überquerung nach Dänemark via die Oersundbrücke. 16 km Autobahn über den Oersund.




Am Flughafen laden wir im Terminal 2 aus und Tamara bringt das Auto zurück. Apropos flugtauglich: Das Rentiergeweih sorgt am Check in für einige Diskusionen und Telefonate. Als other size kann es aber schlussendlich auch mit.

Gut verpflegt mit einem super Smörebröd treten wir den Rückflug an.

Das Empfangskomitee in Zürich ist fast vollzählig. Silvia und Mario empfangen uns schon am Flughafen. 

Nach einem kurzen Welcomedrink geht es sofort weiter nach Bern, wo auch Thesi schon wartet. Hier trennen sich unsere Wege. 

Die Berner gehen nach Buchsi zum z‘ Nacht und verzelle, wir werden von Rudi in Visp abgeholt und sind gegen 21.00 müde, aber glücklich, zurück im Saas. 


weiter südwärts

In der Domkirche von Lund gibt es eine astronomische Uhr. 


Diese Uhr hat dem Berner Zytgloggen gleich, ein Figurenspiel, welches zweimal täglich schlägt oder besser sich dreht. Am Nachmittag ist das um 15.00 Uhr. Nach einem kurzen Stau auf der Autobahn und einem Tankstopp erreichten wir den Dom um 14.50 Uhr – quasi eine Punktlandung.

Und so waren wir rechtzeitig da, als der Ritter pünktlich um drei Uhr zuschlug und die Prozession in der Mitte der Uhr zu laufen begann. Ob Sternzeichen, Sonnenstand, Namenstag oder Mondphase….alles ist auf dieser astronomischen Uhr ablesbar. Für unseren Chefastronom sicher eine spannende und tolle Geschichte.












Via Nebenstrassen, wie zu guten alten Zeiten, erreichten wir unser Tagesziel das Wanderheim und B&B am Symgehuk Fyr – der südlichste Punkt Schwedens.


Nach dem Abendessen in dem örtlichen Restaurant genossen wir den Schlummerbecher unter dem schmucken Leuchtturm, der die zivile Schifffahrt auf hoher See noch heute navigiert.



Abfahrt von Idre

Ohne den Gedanken eines bevorstehenden Rückfluges im Hinterkopf, ist das Zusammenpacken und Abfahren von unserem geliebten Basecamp Björnstuga weniger stressig als bei den vergangenen Aufenthalten. 


Elena vertrieb sich die Zeit noch mit ihrer neuen Freundin Johanna.



So sagen wir Silvia und Peter ein zweites Mal Tschüss und fahren um halb 9 Uhr weg. In den nächsten zwei Tagen geht es vor allem darum südwärts Kopenhagen zu erreichen. 



Wir fahren mit wenigen Pausen durch bis Tanum. Hier haben wir noch etwas ausgesucht, was wir Vati zeigen möchten: Alte Felsritzung 300 – 600 Jahre vor Chr. Geburt. Wir waren schon mal da, beschränken uns aus zeitlichen Gründen auf einen Felsen nordöstlich von Tanumshede.

Die wichtigsten Zeichnungen und Tiere sind hier vertreten. 





Sogar Ritzungen, die im Originalzustand ohne rote Einfärbung sind, kann man hier sehen.





Die letzten 80 km bis nach Trollhätten sind dann fast nur noch ein Pappenstiel, aber nur fast. Alles muss zuerst gefahren werden. Wir erreichen unser Camping ausserhalb der Stadt problemlos, sicher auch wegen charmanter Unterstützung von Fröilein Google.


Für Elena und Peter reicht es sogar noch zu einer kurzen Badesession im platzeigenen Pool. Eine willkommene Abkühlung an diesem wiederum heissen Tag.

Die Steinmannlifamilie wächst

Elena hat auf dem Camping eine Freundin gefunden. Die Johanna aus Bremen. Am Morgen spielen sie ausgiebig vor ihrem Zelt und auf dem Spielplatz.

Wir nützen die Zeit für Klarschiff und das Erstellen der Bereitschaft für die letzte grosse Verschiebung.

Kein Rückzug von Idre ohne einen neuen Mann in der Truppe der Steinmannli auf dem Nipfjället. Nur das alljährliche Versprechen an uns selber, nächstes Jahr wieder zu kommen, macht die letzte Fahrt an unseren Lieblings – Platz nicht allzu schwer. 



Stolz steht es nun da und fügt sich wunderbar in die Truppe ein, welche seit 2014 fast unverändert ihren Platz vor dem Stadjan in mitten vieler anderer innehält.






Auch die Seifenblasen dürfen natürlich nicht fehlen.




Nun hat auch schon Elena begonnen ein eigenes Mannli zu bauen.




Erst wenn der letzte Zehen gebadet ist, werdet ihr merken, dass es hier zu Ende geht. Es ist schon fast ein Ritual, welches wir an unserem letzten Tag in Idre am Burusjön vollziehen.



Am Abend sind wir bei Silvia und Peter zum Nachtessen eingeladen. Es gibt asiatische Küche, welche sie aus ihrem Winterquartier in Thailand mitgebracht haben. Ein würdiges und schönes Abschiedsessen, welches ihre Gastfreundschaft auf kulinarische Art unterstreicht.

Sie leben noch!

Heute durfte Peter zur Freude aller ein freudiges Wiedersehen mit einem alt bekannten  verkünden. Aber erst der Reihe nach:

Die Nachricht über Schneehuhnküken auf dem Nipfjället liess uns aufhorchen. In der Hoffnung ein paar schöne Bilder zu machen, machte ich mich schon frühmorgens auf die Pirsch.

Den Aufstieg zum Aussichtspunkt oben am Parkplatz nahm ich über einen neuen Weg in Angriff. Morgenstund hat Gold im Mund. Diese Weisheit wurde mir schon auf den ersten Meter bestätigt. Das totgeglaubte Fjäll lebt. Und wie! Schon auf dem Parkplatz machte sich ein junger Vogel an einem verlassenen Turnschuh zu schaffen.





Und weiter bergwärts begrüsste mich ein weiterer Fjällbewohner ganz zutraulich.



Oben im Sattel angelangt, öffnete sich mir eine Ebene, die ich so nicht erwartet habe. Blockwurf und Fjäll soweit das Auge reicht und eine unendliche Stille. 






Und wie ich auf der anderen Seite talwärts wanderte kam mir ein Morinell Regenpfeiffer mit zwei Küken entgegen. Fast 10 Jahre sind seit der letzten Begegnung vergangen und nun heute sogar mit Jungtieren – Freude herrscht.







Eigentlich war ich dank dem Morinell schon mehr als zufrieden und war gar nicht mehr so auf die Schneehuhnfamilie fixiert. Doch auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn oder eben einen Fotografen. Und so trafen wir uns wie es immer so schön heisst: neulich am Wasserloch.

Ich musste schon ganz still bleiben bis die Henne die Jungen mit einem „uhu uhu“ aus ihren Verstecken lockte.







Zwei unvergessliche Begegnungen – darum lieben wir diese Region, darum lieben wir das Nipfjället.







Am Nachmittag ging es dann bedeutend lauter zu. Elena und Papa fuhren an das Dorffest von Idre und zum Lunapark. Elena wünschte sich ein paar Fahrten auf den Flieger und dem „Kreisel“











Am Abend gingen wir noch einmal „uf e Cher“. Leider konnten die jeweiligen Teams keine Resultatsverbesserungen erzielen. Der Elch-Index blieb heute Abend bei der alten Marke stehen.

Als Trost nehmen wir dankbar die Entenfamilie im Abendlicht auf dem Storsjön an. 




Und das Wort Trost soll dann hier auf keinen Fall als abwertend gelten – freuen wir uns immer wieder an jeder Begegnung mit der nordischen Tierwelt.